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Public Health & Tabakkonsum in Österreich I

Der Konsum von Tabak ist gesundheitsgefährdend, diese Tatsache dürfte inzwischen sogar in das Bewusstsein des leidenschaftlichsten Rauchers eingegangen sein. Bereits in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts konnte der Mediziner und Epidemiologe Ernst L. Wynder gemeinsam mit  Evarts A. Graham – ein US-amerikanischer Toraxchirurg1 und Wynder´s damaliger Universitätsprofessor an der Washington University Medical School – durch wissenschaftliche Untersuchungen eine starke Korrelation zwischen Tabakkonsum und der Entstehung von Lungenkrebs feststellen.2  Neben Lungenkrebs sind es häufig Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Kopf-Hals-Karzinome, die durch Nikotinmissbrauch in Form von Tabakrauchen entstehen. Diese und ähnliche wissenschaftliche Erhebungen, wie zum Beispiel die Ergebnisse der Britischen Ärzte-Studie3, lieferten wichtige Impulse für die Gesundheitswissenschaften (Modern Public Health).

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Zuge dieser Entwicklungen im Jahre 2003 ein „Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des Tabakgebrauchs“ (WHO Framework Convention on Tobacco Control, FCTC) vorgestellt, welches im Jahre 2004 von 168 Parteien (darunter die  EU) unterzeichnet wurde. Nachdem das Übereinkommen im Jahre 2005 als völkerrechtlicher Vertrag4 rechtskräftig wurde, haben 151 Parteien (darunter die EU und 25 EU-Mitgliedsstaaten) das FCTC ratifiziert.  Zeitgleich führten zahlreiche europäische Staaten, darunter Irland, Italien, Schweden, Spanien und Schottland, gesetzliche Rauchverbote in geschlossenen öffentlichen Orten bzw. an Arbeitsstätten ein. Mit 1. Jänner 2009 ist auch in Österreich ein neues Tabakgesetz (mit Übergangsfristen) in Kraft getreten, welches durch ähnliche Rauchverbote in erster Linie den gezielten Nichtraucherschutz zum Ziele hat.

TBC

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1 Graham, selbst starker Raucher, verstarb wenige Jahre nach Veröffentlichung der Studie an Lungenkrebs.

siehe dazu: Lester R. Dragstedt, Evarts Ambrose Graham 1883 – 1957, National Academy of Sciences, 1976

2 Wynder & Graham, Tobacco Smoking as a possible etiologic factor in Bronchiogenic Carcinoma, 1950

3 Doll et al., Mortality in relation to smoking: 50 years´ observations on male British doctors, 2004

4 WHO, Framework Convention on Tobacco Control, 2003, updated reprint 2004, 2005

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Verfasst von - 16. Januar 2012 in Standard

 

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