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Schlagwort-Archive: Social Media

Die dunkle Seite von Social Media

Neben Risiken wie Datenschutz oder Cyber-Mobbing eröffnet das Social Web jenen Organisationen und Akteuren, die rechtsextreme Propaganda verbreiten, einen perfekten Nährboden. „Noch schwerer als im realen Raum scheint die Bekämpfung im WWW zu sein. Nimmt man dies zur Kenntnis, bleiben für die Bekämpfung des Rechtsextremismus im Internet (nur?) ähnliche Strategien, wie sie im nichtvirtuellen Bereich existieren. In erster Linie ist dies die Stärkung der Demokratie.“ (Siedschlag, 2005, S. 38) In diesem Fall wird die Meinungsfreiheit im Web 2.0 zum gefährlichen Bumerang. So steht zum Beispiel rechtsextremistische Propaganda in den USA nicht unter Strafe. „Die daraus resultierende uneinheitliche internationale Rechtslage rechtsextremistischer Propaganda im Internet bedeutet, dass die Rechtsextremen, sofern sie die Möglichkeiten des Internets geschickt nutzen, sich den für ihre Zwecke günstigsten Rechtsraum aussuchen können.“ (Siedschlag, 2005, S. 28)

Die oben erwähnte Stärkung der Demokratie kann im konkreten Fall durch die Förderung der Medienkompetenz des Einzelnen sichergestellt werden. „Bei der Medienkompetenz geht es um die Erwerbung, die Verstärkung, die Förderung und die Erziehung hinsichtlich der Kommunikations-, Medien-, Computer- und Internet-Kenntnis; [….] um den Erwerb der notwendigen Kenntnisse für den beruflichen, wissenschaftlichen, sicheren und kritischen Umgang mit Massenmedien, mit den neuen Medien;“ (Kolb, 2001, S. 174-175)

 

Literatur:

Kolb, A., Die Fluchtgesellschaft im Netz, Münster: LIT Verlag, 2001

Siedschlag, A., Kursbuch Internet und Politik 2004/2005, Wiesbaden: VS-Verlag, 2005

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Verfasst von - 27. Dezember 2011 in Standard

 

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Social Media – Die fünfte Gewalt?

Die Entstehung von Watchblogs, Experten-Blogs, Warblogs oder Corporate Blogs führt zu einer steigenden Anzahl individuell gestalteter Inhalte im Internet mit unterschiedlichen politischen Interessen. In einer empirischen Untersuchung zeigte Seeber  wie das Phänomen des Bloggens zum emanzipatorischen Mediengebrauch der User beiträgt. (Seeber, 2008) Nach Döring wurden dem Bloggen dabei insgesamt sechs Funktionen zugeordnet: Archivfunktion, Reflexionsfunktion, Ventilfunktion, Sozialfunktion, Öffentlichkeitsfunktion und Kreativfunktion. (Döring, 2005, S. 8, 36-39) Es wurde deutlich, dass Blogger traditionellen Medien kritisch gegenüber stehen, Medieninhalte gezielt selbst produzieren und die Leserschaft der Blogs diese Inhalte als Alternative zu traditionellen Medien wahrnimmt. (Seeber, 2008, S. 87-99)

Populäre soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter dienen dabei zum einen als Multiplikatoren um die Reichweite der selbsterstellten Inhalte auszubauen und zum anderen dazu, neue Netzwerke untereinander zu schaffen.  „Neben dem reinen Zugang zu Informationen und Bildungsgütern ist die wichtigste Eigenschaft des Netzes, der Bildung sozialer Gemeinschaften zuträglich zu sein, indem die Gruppenbildung grundsätzlich ermöglicht und von den Eigenschaften des Mediums begünstigt wird. Die verteilte, maschenartige Struktur des Netzes macht es möglich, dass Interessensgemeinschaften miteinander Gruppenkommunikationen in verschiedenen Konstellationen aufbauen können.“ (Bieber, 2004, S. 51)

Interaktivität und soziale Interaktion im Social Web haben das Spektrum politischer Beteiligung für den einzelnen Bürger entscheidend erweitert. Von Seiten der Politik werden ebenso zahlreiche moderne Instrumente – wie internetbasierte Bürgerbefragungen – eingesetzt, um den Staatsbürger an wichtigen Entscheidungsprozessen teilhaben zu lassen oder diesen zu erleichtern. Genauso verwenden NGO´s Social Media für die Bewusstseinsbildung in den eigenen Agenden und auf der Ebene des einzelnen Bürgers ist eine Entwicklung in Richtung „Citizen Journalism“ zu bemerken.

TBC

 

Literatur:

Bieber, Ch., Interaktivität, Frankfurt/Main: Campus Verlag GmbH, 2004

Döring, N., Blogs: Jeder ein Publizist, in: Psychologie heute 32, 2005

Seeber, T., Weblogs – die 5. Gewalt?, Boizenburg: Verlag Werner Hülsbusch, 2008

 
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Verfasst von - 20. Dezember 2011 in Standard

 

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Social Media & Politics

Social Media ist das von den Massen erschaffene Massenmedium. Der Austausch und das Teilen multimedialer Inhalte stehen an erster Stelle und es scheint als hätte das Informationszeitalter das perfekte Instrument eines weltumspannenden Kommunikationsnetzwerkes hervorgebracht. Die Entwicklung des „interconnected network“ (Internet) diente dabei als Grundlage und der einzelne Nutzer wurde mit der Zeit immer häufiger zum Produzenten der zahlreichen Inhalte. Die Verwendung von „sozialen Medien“ hat nicht ausschließlich Unterhaltungscharakter, denn auch hier findet Öffentlichkeit statt. Nie zuvor wurde Meinungsvielfalt auf derart einfache Weise einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und das Prinzip der Meinungsfreiheit so aufrichtig gelebt wie heute.

Im Bereich der Politsoziologie wirft diese Entwicklung neue Fragen auf. Wie gestaltet sich politische Sozialisation, Kommunikation und politisches Verhalten in Zeiten des Web 2.0 und wer sind die wichtigsten Akteure? Welche Auswirkungen hat Social Media auf gesellschaftliche Entscheidungsprozesse, wie können politische Institutionen mithalten? Von großer Bedeutung ist auch die Frage nach der neuen Rolle des einzelnen Bürgers. Sind Blogs, Wikis oder sogenannte e-Petitionen ein probates Mittel zu mehr politischer Teilhabe des Einzelnen?  Führt e-Government zu mehr politischer Beteiligung? Kann mit Hilfe von Social Media Druck auf das politische System ausgeübt werden? Wo sind die Grauzonen, wo die Gefahren und wie könnte die Zukunft aussehen?

In der Kommunikationswissenschaft werden den klassischen Massenmedien soziale, politische und ökonomische Funktionen zugesprochen. Im Bereich der politischen Funktionen sind das Herstellen von Öffentlichkeit, die Artikulationsfunktion und die politische Sozialisations- bzw. Bildungsfunktion angeführt. (siehe dazu: Burkart, 2002, S. 382)

„Die informationelle Ausleuchtung des politischen Systems ist die zentrale Leistung, die die Massenmedien für die Politik erbringen.“ (Rhomberg, 2009, S. 25) Die Rolle des Social Web als Massenmedium ist dabei offenkundig eine andere. Offenheit (Transparenz) und flache Hierarchien auf der Seite der Medienproduzenten machen es zu einer demokratischen und partizipatorischen Plattform. Der Rezipient einer Nachricht kann im Gegenzug unmittelbar zum Sender werden, also seine Sicht der Dinge ergänzend anführen oder eine Gegendarstellung kommunizieren. Eigene Blogs dienen dabei sehr häufig als Ausgangspunkt und „gelten als unabhängige Form der Berichterstattung, die, ohne von marktpolitischen Interessen geprägt zu sein und teils unter Umgehung von Zensur, von den großen Geschehnissen unserer Zeit berichten.“ (Ebersbach, Glaser, Heigl, 2008, S. 207) Das Phänomen des „Whistleblowing“ bedient sich mit Vorliebe der Möglichkeiten neuer Medien. Dabei werden der Internetgemeinde brisante Enthüllungen mit Gemeinwohlbezug zugänglich gemacht. Bekannte Beispiele für solche Plattformen sind WikiLeaks oder OpenLeaks.

Von staatlicher Seite gibt es bereits seit einigen Jahren Bestrebungen, die Interaktion mit dem Bürger mittels „E-Demokratie“ (auch E-Government) voranzutreiben um die Responsivität des politischen Systems aufrecht zu erhalten bzw. auszubauen. Einzelne Politiker haben mit eigenen Blogs und Podcasts damit begonnen, ihre politischen Agenden der breiten Internetöffentlichkeit zugänglich zu machen, so auch die derzeitige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel auf ihrer Internetpräsenz.  „Publikationen dieser Art dienen zwar der Verbreitung der eigenen Thesen und Vorschläge eines Politikers, die öffentliche Debatte bleibt aber weiterhin den Massenmedien vorbehalten.“ (Ebersbach, Glaser, Heigl, 2008, S. 208) Social Media als Massenmedium ermöglicht dem einzelnen Bürger dabei – im Gegensatz zu klassischem Massenmedien wie Fernsehen oder Zeitung – die unmittelbare Ansprache des jeweiligen Volksvertreters und kann somit diskussionsfördernd wirken.

TBC

 

Literatur:

Burkart, R., Kommunikationswissenschaft, Wien: Böhlau, 2002

Ebersbach, Glaser, Heigl, Social Web, Konstanz: UVK Verlags-GmbH, 2008

Rhomberg, M., Politische Kommunikation, Paderborn: Wilhelm Fink Verlags-KG, 2009

 
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Verfasst von - 19. Dezember 2011 in Standard

 

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